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Eurovison Song Contest 2011 - Feel your heart beat - "Aktionstag der Schwulen"


Am Samstag ist es soweit - der Grand Prix d'Eurovision, oder neuerdings ESC, kehrt mit seiner finalen Schau nach Deutschland zurück - erstmals seit 1983. Auch, wem der ESC am Arsch vorbei geht, muß sich eingestehen, daß es sich doch um eine Besonderheit handelt. Dies verdanken wir einer nun 19-Jährigen, Lena Meyer-Landrut, die in Oslo 2010 mit ihrem Lied "Satellite" sensationell gewann. Die bahnbrechende Euphorie, die am 29. Mai 2010 auch bei der 15. "DIE ÄRZTE-Party" im Club Nightlife zu Aachen förmlich mit Händen zu greifen war, ebbte allerdings schnell ab. Auch eine Eigenschaft der Deutschen, alles, was Erfolg hat, runterzumachen, klein zu reden, zu bemeckern. Davon kann ich mich auch nicht immer freisprechen, doch in diesem Fall lief es bei mir entgegengesetzt. Auch heute freue ich mich noch sehr über diesen Erfolg, und Lena begeistert mich mit ihrer erfrischenden Art weiterhin. Ebenso der zweite Langspieler "Good news", vom dem auch der Lied stammt, welches sie am 14.05.2011 in Düsseldorf präsentieren wird: "Taken by a stranger" - eine recht düstere Synth-Pop-Nummer, die aus meiner Sicht zwar weniger eingängig als "Satellite" ist, aber durch den klaren Kontrast gefällt. Daß sie, ohne sich einer deutschen Konkurrenz zu stellen, erneut antritt, fand ich anfangs auch etwas bedenklich, allerdings keimte dann der Gedanke in mir: "Warum sollte sie ihren Titel nicht persönlich verteidigen dürfen?". Wenn man überlegt, wie viel Oberkacke es auf die Grand Prix-Bühne schaffte, ist das sicher kein Verlust. Daß Raab überall seine Finger mit im Spiel hat, gefällt mir hingegen gar nicht.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Auswahl der Moderatoren zu nennen - Anke Engelke, eine verblühte, unlustige Frau, die ihre besten Zeiten lange hinter sich hat, die aber immerhin die geforderten Sprachen Englisch und Französisch beherrscht, was man von Raab sicher nicht sagen kann. Hinzu kommt noch Judith Rakers - eine Tagesschausprecherin. Aha? Warum auch immer, ich weiß es nicht. Immerhin bleibt uns, entgegen meiner Befürchtung, die Zahnlückenfee Sabine Heinrich erspart, die bei der Auswahl des Lena-Liedes für Düsseldorf unfaßbar begeisterte. :( Ih.

Eine große Freude hingegen - Peter Urban - der traditionelle Kommentator des ESC am Samstag. Seit 1997 eine mittlerweile nicht wegzudenkende, identitätsgebende Stimme. Unvergessen seine Kommentierung von Guildo Horn 1998, als dieser erstmals die Bühne verließ und mit seinem Auftritt begeisterte - belohnt mit dem siebten Platz - "Guildo hat Euch lieb!".

Die Auswahl für den Ausrichtungsort fiel auf Düsseldorf – nicht etwa Berlin. Wer da im Hintergrund die Fäden zog – man will es lieber nicht wissen, sicher aber auch u. a. Raab. Wobei das 2005 neu erbaute Stadion anhand der Bilder des gestrigen Halbfinales in technischer Hinsichtein ein großartiger Ort ist. Die Lichtanlage allein stellt alles in den Schatten, was es jemals gegeben hat, ein wahrer Superlativ. Erinnert ein wenig an „Star Trek", diese Art Plattenteller mit den vom Mittelpunkt nach außen laufenden Lichtlinien. Photonentorpedos bereit! ;)

Ich hätte gerne die Akustik dort persönlich erlebt, um zu erfassen, ob es in diesem Stadion nach zwei akustischen Griffen ins Klo mit DEPECHE MODE doch möglich ist, diesen Ort vernünftig zu beschallen. Aber ich gehe stark davon aus, daß es doch eher an der zu klein dimensionierten Technik lag. Die 36000 Zuschauer werden an der fast mittig liegenden, riesigen Bühne sicher viel Spaß haben – so wie erwartete 120 Millionen vor den Fernsehern und Leinwänden. Da macht es dann auch nichts mehr aus, daß sich Düsseldorf in ihrer bewerbenden Broschüre gleich mehrmals verdruckte – u. a. war zu lesen „Aktionstag der Schwulen“ statt „Aktionstag der Schulen“. Wie herzerfrischend und überdies unfreiwillig doch ein wenig passend.

Die Hausaufgaben sind aber nun gemacht, es kann losgehen! Um 20.15 Uhr beginnt die Einführungssendung in der ARD, natürlich in HD. Ab 21 Uhr geht es dann los mit den 25 Nationen; Lena startet bekanntlich auf Platz Nr. 16. Im späteren Verlauf wird uns dann Ina Müller, die widerliche Schreckschraube, die mir schon den ECHO 2011 verdarb, die Punkte aus Deutschland verkünden. Wie schön wäre da ein Hape Kerkeling als Moderator oder auch Ansager der Punkte gewesen, aber diese Entscheidungen werden ja in der „Politik“ gefällt, nicht vom Volk. Es lebe die Demokratie!

Ich wünsche Euch trotzdem viel Spaß am Samstag! Wir im HKH werden ihn sicher bei dem ein oder anderen Getränk haben. ESC in Deutschland – dabei sein ist alles! :)

Gruß Horn



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